I AM KLOOT | Fr 26.03.2010 | Doors 19:00h Start 20:00h
I Am Kloot gründen sich dort, wo Musiker sich gerne und oft
aufhalten: zwischen Tresen und Bühne. Bandleader John Bramwell
arbeitet 1999 im Manchester Club Night&Day Café als
Booker und trifft dort auf die beiden Musiker Pete Jobson (Bass) und
Andy Hargreaves (Drums), die genau wie er eine ordentliche Geschichte
in den verschiedensten Bands vorweisen können. Schnell
rekrutiert Bramwell die zwei als Mitglieder seiner neuen Band mit dem
Namen I Am Kloot.
Den ersten Gig hat das Trio im Sommer 1999 im besagten Café.
Schon eine Woche später erscheint ihre erste Single "To
You/Titanic" auf dem Manchester-Label Ugly Man Records. Der reduzierte
Sound der Band um Bramwells Akustik-Gitarre und seiner festen Stimme,
dem dunklen Bass von Jobson und dem jazzigen, mit Besen gestreichelten
Schlagzeug von Hargreaves findet schnell seine Fans in England. Eine
zweite Single mit dem späteren Überhit "Twist",
dessen Zeile "There's blood on your legs – I love you" so
etwas wie das Erkennungszeichen der Band wird, erscheint kurz darauf.
Das Wall Of Sound-Sublabel We Love You Records veröffentlicht
2001 endlich das langersehnte Debüt der Indie-Typen vom
Tresen. Produziert von Elbows Guy Garvey wird "Natural History" mitsamt
seinen todtraurigen Liebeshymnen sowohl von Presse als auch von der
Käuferschicht begeistert aufgenommen. Die Platte trifft mit
ihrem ruhigen Sound den Nerv der Zeit und avanciert zusammen mit den
Scheiben von ähnlichen Akustik-Bands wie den Kings of
Convenience oder den Turin Brakes zum neuen Quiet Is The New Loud-Hype.
Nach einer kurzen Pause unterschreiben I Am Kloot 2002 bei Echo Records
und veröffentlichen ein Jahr später ihr zweites,
selbstbetiteltes Album. Die Songs sind zwar immer noch düster
und traurig, die Kritiker und Fans streiten sich aber aufgrund des
aufgefahrenen Bombastes darüber ob dies überhaupt zum
Sound von I Am Kloot passt oder ob das einfach nur eine logische
Weiterentwicklung ist. Zu einem Ergebnis kommen sie nicht, den Erfolg
des Debüts können sie jedenfalls nicht wiederholen.
Auch auf ihrem dritten Album "Gods And Monsters" nimmt die Band sich
nicht zurück. Viele Stücke klingen 2005 offensiv und
druckvoll. I Am Kloot nehmen ihr drittes Werk gemeinsam mit Produzent
Joe Robinson in den Moolah Rouge-Studios in Stockport auf. Die Band
nutzt mehr Instrumente, als je zuvor, gibt jedoch zu Protokoll, dass in
keinem Moment mehr als vier auf einmal zu hören seien.
Noch bevor die Platte Anfang April in den Läden steht, fahren
die drei im Februar 2005 nach Amerika. Dort erscheint gerade "I Am
Kloot" als erstes Album der Band. Begleitend spielen die Mancunians
ihre ersten USA-Gigs. Im Sommer 2005 stehen sie auf allen bedeutenden
europäischen Festival-Bühnen. Derweil gibt es zu
Hause Ärger mit dem Label. Echo cancelt zweimal
Singleveröffentlichungen, so dass sich die Band gezwungen
sieht, sich von der Plattenfirma zu trennen. In Eigenregie bringen sie
im Spätherbst 2005 die Single "Maybe I Should" heraus, und im
Frühjahr 2006 gibt es per Download mit "Only Role In Town" ein
neues Lebenszeichen. Die Band begibt sich im Herbst wiederum ins
Studio, um den Nachfolger von "Gods And Monsters" einzuspielen, der
Anfang 2007 erscheinen soll. Um die hungrigen Fans nicht allzu lange
warten zu lassen, kompilieren sie auf "BBC Radio 1 John Peel Sessions"
die Aufnahmen aus zwei Sessions auf Einladung des 2004 verstorbenen
Radio-DJs. Auf dem Album finden sich mehr oder weniger bekannte
Stücke der Band in sehr minimalistischen Versionen. Das vierte
Studioalbum erscheint schließlich 2008 und trägt den
Titel "Play Moolah Rouge". Der Titel bezieht auf das vor den Toren
Manchesters liegenden Moolah Rouge Studio, in welchem das Trio die
Platte bewusst binnen weniger Tage eingespielt hat:
"Mit der strikten Vorgabe wollten wir herausfinden, ob wir die Energie
unserer Konzerte auch auf Platte übertragen können",
erklärt John. "Das Besondere war, das wir uns um alles selbst
gekümmert haben: das Konzept, die Finanzierung und die
Beschaffung des Equipments."
Entstanden sind zehn vorwiegend melancholisch-melodische Songs, die
ohne die pompöse Produktion des Vorgängers auskommen
und an die Unmittelbarkeit des Erstlings anknüpfen.