Di, 16.11.2010 20:00
SCOTT MATTHEW feat. SPENCER COBRIN (New York)
presenting ELVA SNOW - unplugged - 






Fast 10 Jahre nach Gründung der New Yorker Kultband ELVA SNOW startet der australische Singer/Songwriter Scott Matthew gemeinsam mit Spencer Cobrin, Peter Gingerich und Mike Skinner nun das Comeback. "Wir waren vielleicht nicht die größte Band der Welt, aber unsere Songs sind immer noch da und klingen frisch", erzählt Matthew. Davon kann man sich nun bei den anstehenden Shows überzeugen, wo Scott Matthew gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Spencer Cobrin, bis 1998 übrigens Schlagzeuger und Songschreiber bei Morrissey, die alten Songs in neuem Gewand unplugged präsentieren wird.

Scott Matthew selbst steckt mittlerweile mittendrin in einer mehr als nur beachteten Songwriterkarriere, hat bereits 2 Solo-Alben veröffentlicht und mehr als 130 Konzerte in den letzten drei Jahren auf der ganzen Welt gespielt. Die beiden Alben brachten ihm unter anderem Vergleiche mit dem jungen Bowie, Elvis Costello, sowie Antony Hegarty ein. Live war sicherlich sein umjubelter Auftritt im Juli 2009 beim Montreux Jazz Festival in der legendären und ausverkauften Miles Davis Hall einer der Höhepunkte seiner bisherigen Bühnenkarriere. Wie man Scott Matthew kennt, wird er die anstehende ELVA SNOW Tour sicher auch dafür nutzen, mit seiner bewegenden Stimme seinen Zuhörern bereits den ein oder anderen, bislang unveröffentlichten Song vorzustellen, der dann wohl auf dem für die erste Jahreshälfte 2011 geplanten neuen Scott Matthew-Album einen Platz finden wird.




11.11.2010

Den Verlust effektvoll verpacken
Scott Matthew und Spencer Cobrin gründeten vor zehn Jahren die Band Elva Snow und feiern nun das Comeback: unplugged


John Cameron Mitchells "Shortbus" ist eine etwas überschätzte erotische Komödie. Aber dort wo ihre leichten Geschichten über das Treiben geschlechtsreifer New Yorker an psychologischer Dichte und emotionaler Substanz gewinnen, sind meist die Songs Scott Matthews im Spiel. Umgekehrt verhalf der Erfolg des Independent-Films zwei Jahre später Matthews erstem Solo-Album zu einer gewissen Aufmerksamkeit in den einschlägigen Kreisen.

Die Songs des in New York lebenden Australiers, der einst mit der australischen Punkband Nicotine debütierte, Musik studierte und zwischendurch für japanische Animes komponierte, verbinden dabei raffiniert melancholische, mitunter spröde Folkballaden mit einer dramatischen Poppigkeit. Sein Bariton erinnert - wie er ab und zu unvermittelt in die Kehle kippt - an einen dunkleren David Bowie und im selbstbewussten Pathos auch an Morrissey. Dessen ehemaliger Drummer wiederum, der Multiinstrumentalist Spencer Cobrin, verantwortet die auffällig eleganten Streichersätze, die sich vorzüglich und seit dem zweiten Album ansehnlich opulent um Matthews exaltiert-operatische Stimme legen.

Neben der Stimme erkennt man Matthew am inspirierten Einsatz der Ukulele, der er sich zuwandte, nachdem einer seiner Finger angeblich bei einem Raubüberfall so beschädigt wurde, dass er die Gitarre aufgeben musste. Auch die übernimmt nun manchmal Spencer Cobrin, mit dem Matthew bereits 1999 eine gemeinsame Band unter dem Namen Elva Snow gründete. 2005 veröffentlichten die beiden ein paar Tracks als EP, nur um sich kurz darauf aufzulösen. Die Songs blieben sowieso weithin unbemerkt - sehr unverdienterweise, wie man seit vergangenem Frühjahr überprüfen kann, als sie zur zehnjährigen Bandgründung und um einen neuen gemeinsamen Track erweitert noch einmal erschien. Auf "Elva Snow" wirken dieselben Stilmittel, mit denen auch Matthews Solo-Alben bezaubern - zarte, schmerzliche Lieder von Liebe und Verlust, souverän verpackt in effektvolle Ornamente, und nicht weniger berührend, wenn es nur eine nackte Klavierbegleitung gibt.

Schon vor zwei Jahren entzückte Matthew bei seinem Auftritt in Berlin. Wenn er nun mit Cobrin anreist, darf man sich sogar auf einen Doppelpack freuen.
[Markus Schneider]
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Scott Matthew feat. Spencer Cobrin  am Di (16.11.) um 20 Uhr, im Babylon






Scott Matthew und seine Band Elva Snow unplugged
im Babylon-Mitte

Nachdem Schauspielerin Jessica Schwarz den Film "Shortbus" gesehen hatte, ging ihr der Soundtrack von Scott Matthew nicht mehr aus dem Kopf. Kurzerhand bat sie den Singersongwriter auf ihrer Geburtstagsparty zu spielen und brachte so seine Karriere hierzulande ins Rollen. In New York allerdings waren seine poetischen, einfühlsamen Songs längst bekannt. Elva Snow - so heißt das Bandprojekt, dass Scott Matthew jetzt gemeinsam mit alten Musikerkollegen wieder aufleben lässt. Lieder, zum Seele trösten an grauen Winterabenden. Elva Snow sind ab 20 Uhr live im Babylon, Rosa-Luxemburgstr. 30 in Berlin-Mitte. 15€ kostet der Eintritt.