
Fast 10 Jahre nach Gründung der New Yorker Kultband ELVA SNOW startet der australische Singer/Songwriter Scott Matthew
gemeinsam mit Spencer Cobrin, Peter Gingerich und Mike Skinner nun das
Comeback. "Wir waren vielleicht nicht die größte Band der
Welt, aber unsere Songs sind immer noch da und klingen frisch",
erzählt Matthew. Davon kann man sich nun bei den anstehenden Shows überzeugen, wo Scott Matthew gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Spencer Cobrin, bis 1998 übrigens Schlagze
uger und Songschreiber bei Morrissey, die alten Songs in neuem Gewand unplugged präsentieren wird.
Scott Matthew
selbst steckt mittlerweile mittendrin in einer mehr als nur beachteten
Songwriterkarriere, hat bereits 2 Solo-Alben veröffentlicht und
mehr als 130 Konzerte in den letzten drei Jahren auf der ganzen Welt
gespielt. Die beiden Alben brachten ihm unter anderem Vergleiche mit
dem jungen Bowie, Elvis Costello, sowie Antony Hegarty ein. Live war
sicherlich sein umjubelter Auftritt im Juli 2009 beim Montreux Jazz
Festival in der legendären und ausverkauften Miles Davis Hall
einer der Höhepunkte seiner bisherigen Bühnenkarriere. Wie
man Scott Matthew kennt, wird er die anstehende ELVA SNOW Tour sicher
auch dafür nutzen, mit seiner bewegenden Stimme seinen
Zuhörern bereits den ein oder anderen, bislang
unveröffentlichten Song vorzustellen, der dann wohl auf dem
für die erste Jahreshälfte 2011 geplanten neuen Scott
Matthew-Album einen Platz finden wird.
11.11.2010
Den Verlust effektvoll verpacken
Scott Matthew und Spencer Cobrin gründeten vor zehn Jahren die Band Elva Snow und feiern nun das Comeback: unplugged
John Cameron
Mitchells "Shortbus" ist eine etwas überschätzte erotische
Komödie. Aber dort wo ihre leichten Geschichten über das
Treiben geschlechtsreifer New Yorker an psychologischer Dichte und
emotionaler Substanz gewinnen, sind meist die Songs Scott Matthews im
Spiel. Umgekehrt verhalf der Erfolg des Independent-Films zwei Jahre
später Matthews erstem Solo-Album zu einer gewissen Aufmerksamkeit
in den einschlägigen Kreisen.
Die Songs des in
New York lebenden Australiers, der einst mit der australischen Punkband
Nicotine debütierte, Musik studierte und zwischendurch für
japanische Animes komponierte, verbinden dabei raffiniert
melancholische, mitunter spröde Folkballaden mit einer
dramatischen Poppigkeit. Sein Bariton erinnert - wie er ab und zu
unvermittelt in die Kehle kippt - an einen dunkleren David Bowie und im
selbstbewussten Pathos auch an Morrissey. Dessen ehemaliger Drummer
wiederum, der Multiinstrumentalist Spencer Cobrin, verantwortet die
auffällig eleganten Streichersätze, die sich vorzüglich
und seit dem zweiten Album ansehnlich opulent um Matthews
exaltiert-operatische Stimme legen.
Neben der Stimme
erkennt man Matthew am inspirierten Einsatz der Ukulele, der er sich
zuwandte, nachdem einer seiner Finger angeblich bei einem
Raubüberfall so beschädigt wurde, dass er die Gitarre
aufgeben musste. Auch die übernimmt nun manchmal Spencer Cobrin,
mit dem Matthew bereits 1999 eine gemeinsame Band unter dem Namen Elva
Snow gründete. 2005 veröffentlichten die beiden ein paar
Tracks als EP, nur um sich kurz darauf aufzulösen. Die Songs
blieben sowieso weithin unbemerkt - sehr unverdienterweise, wie man
seit vergangenem Frühjahr überprüfen kann, als sie zur
zehnjährigen Bandgründung und um einen neuen gemeinsamen
Track erweitert noch einmal erschien. Auf "Elva Snow" wirken dieselben
Stilmittel, mit denen auch Matthews Solo-Alben bezaubern - zarte,
schmerzliche Lieder von Liebe und Verlust, souverän verpackt in
effektvolle Ornamente, und nicht weniger berührend, wenn es nur
eine nackte Klavierbegleitung gibt.
Schon vor zwei
Jahren entzückte Matthew bei seinem Auftritt in Berlin. Wenn er
nun mit Cobrin anreist, darf man sich sogar auf einen Doppelpack freuen.
[Markus Schneider]
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Scott Matthew feat. Spencer Cobrin am Di (16.11.) um 20 Uhr, im Babylon
Scott Matthew und seine Band Elva Snow unplugged
im Babylon-Mitte
Nachdem
Schauspielerin Jessica Schwarz den Film "Shortbus" gesehen hatte, ging
ihr der Soundtrack von Scott Matthew nicht mehr aus dem Kopf.
Kurzerhand bat sie den Singersongwriter auf ihrer Geburtstagsparty zu
spielen und brachte so seine Karriere hierzulande ins Rollen. In New
York allerdings waren seine poetischen, einfühlsamen Songs
längst bekannt. Elva Snow - so heißt das Bandprojekt, dass
Scott Matthew jetzt gemeinsam mit alten Musikerkollegen wieder aufleben
lässt. Lieder, zum Seele trösten an grauen Winterabenden.
Elva Snow sind ab 20 Uhr live im Babylon, Rosa-Luxemburgstr. 30 in
Berlin-Mitte. 15€ kostet der Eintritt.