

Samstag,
20. November, 20:00 Uhr, Tempodrom | Berlin - Kreuzberg
Interpol
mit gleichnamigem Album live in Berlin
Bereits „Turn On The Bright Lights“, ihr
Debütalbum aus dem Jahr 2002, hatte bei Kritikern in Europa
und den USA ein schweres Erdbeben der Euphorie ausgelöst.
Dabei setzten Interpol von Anbeginn an nicht auf
Rock’n’Roll, sondern auf die Stilmerkmale des
Post-Punk und präsentierten sich in ihren dunklen
Anzügen konsequent mit einer gewissen kühlen
Noblesse. Daniel Kessler hatte die Band Ende der 1990er ins Leben
gerufen. Der gebürtige Engländer studierte in New
York Französisch, Film und Literatur, sammelte einige
Erfahrungen im Musikbusiness und lernte den ebenfalls in England
geborenen Literaturstudenten Paul Banks bei einem Studienaufenthalt in
Paris kennen. Zu den beiden Literaten gesellte sich mit Carlos Dengler,
der Philosophie studiert hatte, noch ein weiterer
Geisteswissenschaftler. Sam Fogarino, der schon von Jugend an
Schlagzeug spielte und Musik in Fort Lauderdale studiert hatte,
stieß als ältester Bandmusiker im Jahr 2000 zu
Interpol.
Our beloved men in black are back. Interpol haben wie keine andere Band
der letzten Dekade von Anbeginn die Schwermut zum State of the Art
erklärt und sind mit ihren bis dato drei Alben zu
umschwärmten Lieblingen des Alternative Rock aufgestiegen. Ihr
viertes Album, schlicht „Interpol“ benannt,
markiert jedoch eine Zäsur in der Architektur der Band aus New
York. Paul Banks (Gesang, Gitarre), Daniel Kessler (Gitarre) und Sam
Fogarino (Schlagzeug) müssen in Zukunft ohne Carlos Dengler
(Bass, Keyboards) auskommen, der zwar das neue Album noch mit
aufgenommen hat, die Band aber im Frühjahr dieses Jahres
verließ. Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum man bei
dem neuen Album das Gefühl hat, dass die den Songs
innewohnende Melancholie so ungeheuer authentisch wirkt und
förmlich greifbar ist. Der Verlust von Carlos D., dessen
dandyhaftes Auftreten der Band zusätzlichen Charme verlieh,
wiegt schwer, zumal Interpol ihre demokratische Arbeitsweise immer
betont haben und der Bassist auch mit seinen Keyboards den Bandsound
entscheidend mitgeprägt hat. „Interpol“,
das Album, ist aber nicht nur so etwas wie das musikalische
Vermächtnis von Carlos D., es trägt insbesondere auch
die Handschrift von Produzent Alan Moulder (Nine Inch Nails, Smashing
Pumpkins).
Was Interpol natürlich auch stark macht, sind ihre Shows, in
denen Coolness zum theatralischen Element wird, in denen eine perfekte
Lightshow zum perfekten Sound geboten wird. Für die bereits
laufende Tournee haben Interpol zwei Musiker verpflichtet, den
Bassisten David Pajo, der in so unterschiedlichen Bands wie Slint und
Tortoise spielte und zuletzt mit den Yeah Yeah Yeahs tourte, sowie
Keyboarder Brandon Curtis, der mit Secret Machines und School of Seven
Bells ebenfalls über erstklassige Referenzen verfügt.
Bei den jüngsten Konzerten überzeugten Interpol mit
diesem Line-up auf ganzer Linie. Sam Fogarino kann sich dem nur
anschließen. „Der Chef von Matador hat mir gesagt,
nachdem er uns jüngst live gesehen hat, ihr seid schlicht und
einfach eine verdammt großartige Rockband.“