

Freitag, 25. Februar, 20:00 Uhr, C-Halle | Berlin - Tempelhof
The National
support: Sharon Van Etten
bereits AUSVERKAUFT.
Mit
"High Violet" haben die Jungs von The National es wieder mal spielend
geschafft, eines der besten Alben des Jahres abzuliefern. Herrlich
unaufgeregter Gesang, orchestral anmutende Arrangements und eine
Attitüde, die sich jenseits von Stargehabe und Presserummel
auf das Wesentliche konzentriert: die Musik.
Jetzt geben sich
die fünf Herren endlich auch live die Ehre und werden am
25.02.2011 in der Berliner Columbiahalle ihr Publikum erfreuen. Zumal
die Amerikaner mit "High Violet" bereits ihr fünftes Studioalbum
produziert haben und erst mit diesem in Deutschland so richtig
angekommen sind.
Mit den Songs
der aktuellen Platte beweisen sie einmal mehr, dass sie auch nach elf
Jahren über sich hinauswachsen können und harmonische, weit
ausgelegte Kompositionen mit dem tiefen Bariton ihres Sängers Matt
Berninger zu kombinieren wissen.
Beinahe
majestätisch führt das unterschwellig brodelnde
„Terrible Love“ in das aktuelle Werk der Band ein und setzt
damit zugleich den ästhetischen Fixpunkt von „High
Violet“: Die Platte lebt von der Verflechtung intelligent
inszenierter Rhythmen mit den übrigen Arrangements, die neben dem
typischen, sehr unmittelbaren Gitarrensound der Band auch Streicher,
Blasinstrumente und das für viele Stücke maßgebliche
Piano umfassen. Statt dabei stur auf Strophe-Refrain-Schemen
zurückzugreifen, gelingt es The National, mit geschickt ineinander
übergreifenden Strukturen und schlichten, in weite Flächen
gewobenen Melodiebögen jene überwältigende Spannung zu
erzeugen, die das gesamte Werk der Band durchzieht. Die Wirkung dieser
starken Kompositionen fällt dabei meist episch
(„England“), hymnisch („Bloodbuzz Ohio“) oder
bedächtig aus, wie in „I’m Afraid Of Everyone“.
Für das
beeindruckend ausgefeilte Ergebnis mag im Übrigen der lange und
offene Aufnahmeprozess verantwortlich sein . The National
verfügen mittlerweile über ein eigenes Studio in
unmittelbarer Nähe zum Wohnort der Band, und die entsprechende
Ruhe, sowie sporadisch vorbeischauende Gäste. So haben
beispielsweise der zwei Blocks entfernt wohnende Sufjan Stevens oder
Justin Vernon (Bon Iver) ihr Quentchen zum Gelingen beitragen
können.
Welche Energien
eine solch entspannte Atmosphäre im Ergebnis freisetzen kann,
zeigt dieses überragende Album. Für Fans und Kritiker
gleichermaßen ein sicherer Höhepunkt des Musikjahres 2010!


The National in der C-Halle
Immer Drama: Ihren Weltschmerz verbreitern die New Yorker ins Hymnische und lösen nun sogar ihr Pop-Versprechen ein.
Matt Berninger kann zufrieden sein: Die Konzerttickets werden seiner Band aus den Händen gerissen. Dass es so kommen würde und sich die New Yorker zu Konsens-Hymnenschreibern amerikanischer Gegenwartsbefindlichkeit entwickeln würden, wurde ihnen oft prophezeit. Etwa von R.E.M., seit langem Fans des feinen Dramas von The National. Dennoch gab Michael Stipe einst einen praktischen Tipp: "Warum schreibt Ihr nicht mal einen Popsong?" – "High Violet",
das neueste Album, klingt dann fast wie die Einlösung des
Pop-Versprechens, soweit man das von einer Band sagen kann, in deren
Zentrum ein wunderbar lakonischer Bariton
steht, der sich nicht hetzen oder in nennenswerte Höhen treiben
lassen mag. Berningers Stimme ist nie weit weg vom Duktus des
Erzählers, dessen Figuren wie in "Sorrow" oft in Weltschmerz eintauchen und den Kummer ansingen. Auch sonst drehen sich die Geschichten des 39-Jährigen um Verlorenheit und andere Gefühlstiefen, die die Band mit spannungsvollen Klangtexturen um expressive Schlagzeugrhythmen und subtile Gitarren umspannt. Von "Midlife Crisis" aber könne keine Rede sein – Berninger hat die Krise als Dauergefährtin akzeptiert: "Akne hast du nur als Teenager, die Krise aber zieht sich durchs ganze Leben."
[Ulrike Rechel]
The National, C-Halle, Fr 25.2., 20 Uhr (ausverkauft)