Montag, 9. Mai, 21:00 Uhr | Berlin - Frannz


Asaf Avidan & the Mojos
mit zweitem Album auf Tour

Gerade erst wurde Asaf Avidan in der Heimat Israel eine große Ehre zuteil:
Eine Zusatzshow mit 40-köpfigem Symphonieorchester musste anberaumt werden, um nach einem ausverkauften Auftritt auf der Bühne des Opernhauses in Tel Aviv dem immensen Publikumsinteresse gerecht zu werden.
Derart musikalisch geadelt, werden Asaf Avidan & the Mojos im Mai hierzulande in Bandbesetzung unter Beweis stellen, dass ihr englischsprachiger Alternative-Folk-Rock im Live-Club mindestens ebenso gut aufgehoben ist.
Die Tournee führt das 30-jährige Stimmwunder Asaf Avidan mit Band auch nach Berlin zurück, auf dessen Bühnen er bereits 2010 live zu begeistern wusste.

Besten Anlass für den erneuten Deutschlandbesuch bietet die Veröffentlichung ihres zweiten Studioalbums „Poor Boy / Lucky Man“. Darauf verschmelzen der Diplomatensohn mit dem unverkennbaren Falsett und seine Mitmusiker Einflüsse aus Folk, 70s- und Indie-Rock, Blues sowie Americana. Angereichert mit zeitgenössischen Elementen, Celloklängen, Mundharmonikaeinlagen und nicht zuletzt Avidans leidenschaftlich-markantem Gesang entsteht dabei jener handgemachte originäre Sound, der zum musikalischen Aushängeschild der fünfköpfigen Formation wurde.

Diese zählt im Heimatland zu den populärsten Acts ihrer Generation und eröffnete bereits Shows für The Who und Morrissey.

Hierzulande besteht im Mai letzte Gelegenheit zum Konzertbesuch in intimerem Rahmen. Denn bei Asaf Avidan & the Mojos kann man sich sicher sein, dass sie groß rauskommen.

Veranstaltungsort:
Frannz Club » Kulturbrauereigelände - Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin

Eintrittspreis:
VVK: 20 € (zzgl. Gebühr)



05. Mai 2011

Ewiges Rollenspiel

Asaf Avidan & The Mojos beherrschen das große Gefühlstheater nach Art klassischer Siebziger-Rockhelden

Viele Songschreiber gingen erst mal anderen Berufen nach, bevor sie sich ganz der Musik widmeten: Lambchops Kurt Wagner etwa, früher mal Zimmermann, oder Sam Beam von Iron And Wine, der mal als Filmdozent lehrte. Bei Asaf Avidan sah es lange nach einer TV-Karriere aus. Der studierte Filmemacher aus Jerusalem verdiente sein Geld einst als Synchronstimme für Cartoons. Heute kann sich die damalige Casting-Abteilung zugute halten, den Mann mit dem wendigen Falsett zuerst entdeckt zu haben - und damit Israels virtuosesten jungen Rocksänger.

Seinen Nebenjob hat Avidan, der als Spross eines Diplomatenpaares viel in der Welt herumgekommen ist, mittlerweile an den Nagel gehängt. Zu gut ist die Sache mit seiner Band The Mojos ins Rollen gekommen. Das Debütalbum "The Reckoning" von 2008 war randvoll mit üppigem, akustisch geprägtem Bluesrock neben reduzierter Balladerie, serviert mit brodelndem Temperament à la Led Zeppelin. Dafür gab es in Israel eine goldene Schallplatte - und im Rest der Welt immerhin euphorische Kritiken.

Ähnlich gut ist nun der Nachfolger "Poor Boy/Lucky Man". Darauf lockern The Mojos, mit Cellistin Hadas Kleinman als heimlichem Star, immer wieder das klassische Songformat auf zugunsten von Live-Spontaneität und schönen Abschweifungen abseits des Hauptsongpfads. Bandleader Avidan kreist derweil in seinen Zeilen innig um den eigenen Bauchnabel, besingt das Leben als ewiges Rollenspiel sowie die Abgründe und Verlockungen der Liebe. Mitunter kommt der Gefühlsvulkan in seiner Kehle auch mal zum Ausbruch: In "The Ghost Of A Thousand Little Lies" etwa pustet die E-Gitarre mit krachenden Riffs jede Feinstofflichkeit fort, und Avidan tobt sich in vokalen Höhen aus, die ihm schon früher Vergleiche mit Janis Joplin einbrachten. Bei aller Ausdrucksfülle bleiben The Mojos immer präzise, mit selten anzutreffender Hingabe fürs Feine. Sie sind mehr als eine Entdeckung.
[Ulrike Rechel]




Freitag, 6. Mai 2011 03:02

Überraschung aus Israel
Spreeradio-Moderator Jochen Trus empfiehlt
Asaf Avidan

Zum Anschauen: Ich war fest überzeugt, eine ziemlich heisere Frau singen zu hören, als ich mir das Debütalbum von Asaf Avidan & The Mojos auf den Teller legte. Der stimmliche Vergleich zu Janis Joplin, dem lebenshungrigen, weiblichen Mitglied des 27er-Clubs (Alter zum Zeitpunkt des Ablebens), drängt sich auf. Aber Halt! Ein schmales, sympathisches, 30-jähriges Kerlchen mit Irokesenschnitt aus Jerusalem singt da, und es strömt ein verdammt beseelter Blues aus ihm raus. Nur ein Künstler, den das Business noch nicht mal ansatzweise korrumpiert hat, bekommt eine so hinreißende Performance zustande. Wer nach einem ganz besonders beeindruckenden Songwriter sucht, wird am Montagabend im Frannz Club fündig.

Zum Anhören: Eine Mischung aus dem Folk der späten 60er-Jahre, Indie Rock und traditionellem Blues beschreibt wohl am besten, was Asaf Avidan mit seinen Mojos auf dem neuen Album "Poor Boy/Lucky Man" abliefert. Und wie das Mojo, das kultische Amulett afrikanischen Ursprungs, das in der Musikgeschichte vielmals als Synonym für Glücksbringer verwendet wurde, vermischt sich das den Vorbildern Dylan, Led Zeppelin oder Hendrix huldigende Spiel des Band-Quintetts zauberhaft mit der androgynen Gesangsperformance Avidans. Außergewöhnlich und hinreißend!
[Jochen Trus]



05.05.2011

SCHRÄGER POP
Asaf Avidan & The Mojos

Selbst in der an schrägen Typen nicht eben armen Popszene bleibt Asaf Avidan ein Paradiesvogel. Gesegnet mit einer Stimme irgendwo zwischen Maria Callas und Robert Plant, schreckt der 30-jährige Diplomatensohn aus Israel vor keiner musikalischen Gratwanderung zurück. Von Kammer-Glamrock bis zu Disneyland-Pseudoamericana reicht das Spektrum seiner Songs, leidenschaftlich und kongenial unterstützt von seiner famosen Begleitcombo The Mojos.  » frannz, Mo 9.5., 20 Uhr, 24 €



08.05.2011

ROCK GOTT
Israels neuer Messias

So nannte der „Rolling Stone“ Asaf Avidan, der in seiner Heimat tatsächlich mit Inbrunst und Hingabe gefeiert wird. Die Konzerte in Begleitung eines 40-köpfigen Orchesters geraten dem Mann mit dem unglaublichen Falsett zu musikalischen Messen, die binnen Minuten ausverkauft waren. Ganz so weit ist es in Deutschland noch nicht, daher kommt Avidan auch nur mit seiner üblichen Band.



07.05.2011

Folk: Asaf Avidan wechselt vom Film zur Musik

Das Cover deutet bereits die Richtung an. Gaukler und Artisten laden in eine phantastische Welt. Der Israeli Asaf Avidan ist ihr Direktor. Er schlüpft – wie es der gespaltene Titel der CD „Poor Boy/Lucky Man“ schon andeutet – in Rollen, spielt verschiedene Charaktere, ist Mann, ist Frau, Außenseiter, Clown, der Teufel. Mit seiner wandlungsfähigen Stimme, die vom schmeichelnden Bariton unvermittelt ins gellende Falsett wechselt, baut er höchste Spannung auf.

Der Titelsong malt mit sanfter Gitarre und zartem Cello-Klang schillernden Folk-Pop. Trauriger Gesang klingt in „My Favorite Clown“ nach schrecklicher Einsamkeit, bis eine zärtliche Frauenstimme tröstet. Die Instrumente steigern sich, klingen wehmütig und tapfer zugleich, ehe Bläser den Zirkus wieder zur Stadt hinaus geleiten. „The Ghost Of A Thousand Little Lies“ führt ein Jazz-Piano ins rockige Konzept. Avidan changiert zwischen verträumter Melancholie und gellendem Ausbruch.

Asaf Avidan und seine Band The Mojos machen aus den Songs kleine Hörspiele. Ob es um Abschiede geht, um trunkenes Verliebtsein oder bittere Einsamkeit, sie lassen einen nicht kalt. Das erinnert ein wenig an das großartige Album „At The Sound Of The Bell“ von Kultband Pavlov’s Dog, nicht zuletzt wegen der ungewöhnlichen Falsettstimme, aber auch wegen der instrumentalen Vielfalt.

„14 spektakuläre Szenen zu Ihrem Vergnügen“ versprechen Avidan und Band im Untertitel ihres Albums. In der großen Bandbreite zwischen sanftem Akustik-Folk und metallenem Rock mit glamourösen Gitarrenriffs machen sie das Versprechen wahr. Avidan hat eine vielversprechende Filmkarriere an den Nagel gehängt, weil ihn Liebeskummer zum Liederschreiben nötigte. So schmerzhaft der für ihn gewesen sein mag – für seine Hörer war’s ein Segen.
[Gerd Dehnel]

Asaf Avidan & The Mojos: Poor Boy/Lucky Man (Columbia/Sony);
live 9.5. Frannz Club, Berlin Prenzlauer Berg, 21 Uhr