Asaf
Avidan & the Mojos mit
zweitem Album auf Tour
Gerade erst wurde Asaf Avidan in der Heimat
Israel eine große Ehre zuteil: Eine
Zusatzshow
mit 40-köpfigem Symphonieorchester musste anberaumt werden, um
nach einem ausverkauften Auftritt auf der Bühne des
Opernhauses in
Tel Aviv dem immensen Publikumsinteresse gerecht zu werden. Derart
musikalisch geadelt, werden Asaf Avidan & the Mojos im Mai
hierzulande in Bandbesetzung unter Beweis stellen, dass ihr
englischsprachiger Alternative-Folk-Rock im Live-Club mindestens ebenso
gut aufgehoben ist. Die
Tournee
führt das 30-jährige Stimmwunder Asaf Avidan mit Band
auch
nach Berlin zurück, auf dessen Bühnen er bereits 2010
live zu
begeistern wusste.
Besten
Anlass für den erneuten Deutschlandbesuch bietet die
Veröffentlichung ihres zweiten Studioalbums „Poor
Boy /
Lucky Man“. Darauf verschmelzen der Diplomatensohn mit dem
unverkennbaren Falsett und seine Mitmusiker Einflüsse aus
Folk,
70s- und Indie-Rock, Blues sowie Americana. Angereichert mit
zeitgenössischen Elementen, Celloklängen,
Mundharmonikaeinlagen und nicht zuletzt Avidans
leidenschaftlich-markantem Gesang entsteht dabei jener handgemachte
originäre Sound, der zum musikalischen Aushängeschild
der
fünfköpfigen Formation wurde.
Diese zählt im Heimatland zu den populärsten Acts
ihrer Generation und eröffnete bereits Shows für The Who
und Morrissey. Hierzulande
besteht im Mai letzte Gelegenheit zum Konzertbesuch in intimerem
Rahmen. Denn bei
Asaf Avidan & the Mojos kann man sich sicher sein, dass sie
groß rauskommen.
Veranstaltungsort: Frannz
Club » Kulturbrauereigelände
- Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin
Eintrittspreis:
VVK: 20 € (zzgl. Gebühr)
05. Mai 2011
Ewiges Rollenspiel
Asaf Avidan & The Mojos beherrschen das große Gefühlstheater nach Art klassischer Siebziger-Rockhelden
Viele
Songschreiber gingen erst mal anderen Berufen nach, bevor sie sich ganz
der Musik widmeten: Lambchops Kurt Wagner etwa, früher mal
Zimmermann, oder Sam Beam von Iron And Wine, der mal als Filmdozent
lehrte. Bei Asaf Avidan sah es lange nach einer TV-Karriere aus. Der
studierte Filmemacher aus Jerusalem verdiente sein Geld einst als
Synchronstimme für Cartoons. Heute kann sich die damalige
Casting-Abteilung zugute halten, den Mann mit dem wendigen Falsett
zuerst entdeckt zu haben - und damit Israels virtuosesten jungen
Rocksänger.
Seinen Nebenjob
hat Avidan, der als Spross eines Diplomatenpaares viel in der Welt
herumgekommen ist, mittlerweile an den Nagel gehängt. Zu gut ist
die Sache mit seiner Band The Mojos ins Rollen gekommen. Das
Debütalbum "The Reckoning" von 2008 war randvoll mit üppigem,
akustisch geprägtem Bluesrock neben reduzierter Balladerie,
serviert mit brodelndem Temperament à la Led Zeppelin.
Dafür gab es in Israel eine goldene Schallplatte - und im Rest der
Welt immerhin euphorische Kritiken.
Ähnlich gut
ist nun der Nachfolger "Poor Boy/Lucky Man". Darauf lockern The Mojos,
mit Cellistin Hadas Kleinman als heimlichem Star, immer wieder das
klassische Songformat auf zugunsten von Live-Spontaneität und
schönen Abschweifungen abseits des Hauptsongpfads. Bandleader
Avidan kreist derweil in seinen Zeilen innig um den eigenen Bauchnabel,
besingt das Leben als ewiges Rollenspiel sowie die Abgründe und
Verlockungen der Liebe. Mitunter kommt der Gefühlsvulkan in seiner
Kehle auch mal zum Ausbruch: In "The Ghost Of A Thousand Little Lies"
etwa pustet die E-Gitarre mit krachenden Riffs jede Feinstofflichkeit
fort, und Avidan tobt sich in vokalen Höhen aus, die ihm schon
früher Vergleiche mit Janis Joplin einbrachten. Bei aller
Ausdrucksfülle bleiben The Mojos immer präzise, mit selten
anzutreffender Hingabe fürs Feine. Sie sind mehr als eine
Entdeckung. [Ulrike Rechel]
Freitag, 6. Mai 2011 03:02
Überraschung aus Israel Spreeradio-Moderator Jochen Trus empfiehlt Asaf Avidan
Zum Anschauen:
Ich war fest überzeugt, eine ziemlich heisere Frau singen zu
hören, als ich mir das Debütalbum von Asaf Avidan & The
Mojos auf den Teller legte. Der stimmliche Vergleich zu Janis Joplin,
dem lebenshungrigen, weiblichen Mitglied des 27er-Clubs (Alter zum
Zeitpunkt des Ablebens), drängt sich auf. Aber Halt! Ein schmales,
sympathisches, 30-jähriges Kerlchen mit Irokesenschnitt aus
Jerusalem singt da, und es strömt ein verdammt beseelter Blues aus
ihm raus. Nur ein Künstler, den das Business noch nicht mal
ansatzweise korrumpiert hat, bekommt eine so hinreißende
Performance zustande. Wer nach einem ganz besonders beeindruckenden
Songwriter sucht, wird am Montagabend im Frannz Club fündig.
Zum
Anhören: Eine Mischung aus dem Folk der späten 60er-Jahre,
Indie Rock und traditionellem Blues beschreibt wohl am besten, was Asaf
Avidan mit seinen Mojos auf dem neuen Album "Poor Boy/Lucky Man"
abliefert. Und wie das Mojo, das kultische Amulett afrikanischen
Ursprungs, das in der Musikgeschichte vielmals als Synonym für
Glücksbringer verwendet wurde, vermischt sich das den Vorbildern
Dylan, Led Zeppelin oder Hendrix huldigende Spiel des Band-Quintetts
zauberhaft mit der androgynen Gesangsperformance Avidans.
Außergewöhnlich und hinreißend! [Jochen Trus]
05.05.2011
SCHRÄGER POP Asaf Avidan & The Mojos
Selbst in der an
schrägen Typen nicht eben armen Popszene bleibt Asaf Avidan ein
Paradiesvogel. Gesegnet mit einer Stimme irgendwo zwischen Maria Callas
und Robert Plant, schreckt der 30-jährige Diplomatensohn aus
Israel vor keiner musikalischen Gratwanderung zurück. Von
Kammer-Glamrock bis zu Disneyland-Pseudoamericana reicht das Spektrum
seiner Songs, leidenschaftlich und kongenial unterstützt von
seiner famosen Begleitcombo The Mojos. » frannz, Mo 9.5., 20 Uhr, 24 €
08.05.2011
ROCK GOTT Israels neuer Messias
So nannte der
„Rolling Stone“ Asaf Avidan, der in seiner Heimat
tatsächlich mit Inbrunst und Hingabe gefeiert wird. Die Konzerte
in Begleitung eines 40-köpfigen Orchesters geraten dem Mann mit
dem unglaublichen Falsett zu musikalischen Messen, die binnen Minuten
ausverkauft waren. Ganz so weit ist es in Deutschland noch nicht, daher
kommt Avidan auch nur mit seiner üblichen Band.
07.05.2011
Folk: Asaf Avidan wechselt vom Film zur Musik
Das Cover deutet
bereits die Richtung an. Gaukler und Artisten laden in eine
phantastische Welt. Der Israeli Asaf Avidan ist ihr Direktor. Er
schlüpft – wie es der gespaltene Titel der CD „Poor
Boy/Lucky Man“ schon andeutet – in Rollen, spielt
verschiedene Charaktere, ist Mann, ist Frau, Außenseiter, Clown,
der Teufel. Mit seiner wandlungsfähigen Stimme, die vom
schmeichelnden Bariton unvermittelt ins gellende Falsett wechselt, baut
er höchste Spannung auf.
Der Titelsong
malt mit sanfter Gitarre und zartem Cello-Klang schillernden Folk-Pop.
Trauriger Gesang klingt in „My Favorite Clown“ nach
schrecklicher Einsamkeit, bis eine zärtliche Frauenstimme
tröstet. Die Instrumente steigern sich, klingen wehmütig und
tapfer zugleich, ehe Bläser den Zirkus wieder zur Stadt hinaus
geleiten. „The Ghost Of A Thousand Little Lies“ führt
ein Jazz-Piano ins rockige Konzept. Avidan changiert zwischen
verträumter Melancholie und gellendem Ausbruch.
Asaf Avidan und
seine Band The Mojos machen aus den Songs kleine Hörspiele. Ob es
um Abschiede geht, um trunkenes Verliebtsein oder bittere Einsamkeit,
sie lassen einen nicht kalt. Das erinnert ein wenig an das
großartige Album „At The Sound Of The Bell“ von
Kultband Pavlov’s Dog, nicht zuletzt wegen der
ungewöhnlichen Falsettstimme, aber auch wegen der instrumentalen
Vielfalt.
„14
spektakuläre Szenen zu Ihrem Vergnügen“ versprechen
Avidan und Band im Untertitel ihres Albums. In der großen
Bandbreite zwischen sanftem Akustik-Folk und metallenem Rock mit
glamourösen Gitarrenriffs machen sie das Versprechen wahr. Avidan
hat eine vielversprechende Filmkarriere an den Nagel gehängt, weil
ihn Liebeskummer zum Liederschreiben nötigte. So schmerzhaft der
für ihn gewesen sein mag – für seine Hörer
war’s ein Segen. [Gerd Dehnel]
Asaf Avidan & The Mojos: Poor Boy/Lucky Man (Columbia/Sony);
live 9.5. Frannz Club, Berlin Prenzlauer Berg, 21 Uhr