Scott Matthew auf "Gallantry's Favorite Son"-Tour 2011
Scott
Matthew stammt aus Queensland, Australien, und lebt mittlerweile in New
York. Er war Mitglied der Band Elva Snow, die er gemeinsam mit dem
Ex-Morrissey Schlagzeuger Spencer Corbin gegründet hat. Im Jahr
2006 wurde Matthew dank mehrerer Soundtrack-Beiträge zum
Erotikdrama Shortbus des Regisseurs John Cameron Mitchell einer
breiteren Masse bekannt. 2008 veröffentlichte er sein hochgelobtes
erstes Soloalbum Scott Matthew, im Jahr darauf folgte sein Zweitwerk
„There Is An Ocean That Divides And With My Longing I Can Charge
It With A Voltage That's So Violent To Cross It Could Mean Death“.
Mit seinem neuen
Album „Gallantry’s Favorite Son“ kommt Scott Matthew
zu einem kleinen feinen Club-Konzert in den Heimathafen Neukölln,
bevor er dann zu einer ausgedehnten Europatournee im September und
Oktober startet. Wer Scott Matthew bereits live erlebt hat, ist seltsam
ergriffen, vielleicht auch verwirrt. Die Intensität seines Gesangs
ist greifbar…
SCOTT
MATTHEW Gallantry`s
Favorite Son
„For
some it seems a mistake, for me it's a way of life.“ In
dieser
Zeile aus dem Song Sweet Kiss In The Afterlife liegt Scott Matthews
ganzes Leben. Es läuft über vor Sehnsucht nach einem
Zufluchtsort und darin wird gewartet, wenn es sein muss für
immer,
auf die Liebe, die irgendwann kommen wird.
Aber
es schwingt auch ein neuer Unterton mit, den man so von dem
schüchternen Mann mit dem langen Bart noch nicht
gehört hat.
Etwas ist anders an diesem dritten Album: „Ich bin mit mir
ins
Reine gekommen, und ich gestehe
mir meine Kreativität endlich ein“, erklärt
Scott
Matthew. Er ist selbstbewusster geworden, er hat verstanden, dass er
ein Recht auf diesen „way of life“ hat, der sich
abseits
konservativer Denknormen abspielt. Und dass es an der Zeit ist, ihn auf
seine zurückhaltende Weise in die Welt hinaus zu singen.
Er
macht Leid zu Lied. Wenn seine Stimme weint, so ist er nicht
weinerlich. Wenn seine Lieder klagen, so ist er nicht
selbstmitleidig. Er entkleidet sein Inneres, das ist alles. Er
lässt die Hörer teilhaben, teilnehmen, Teil werden.
Das
hört man nicht nur einzelnen
Stücken wie No Place Called Hell an – Matthews ganz
persönlichem Protestsong
gegen Engstirnigkeit und Intoleranz. „Gallantry's Favorite
Son“ ist als Ganzes verspielter, experimenteller und noch
breiter
gefächert als seine beiden Vorgänger ausgefallen. In
No Place
Called Hell spielt der einst so zurückhaltende Exil-Australier
und
Wahl-New Yorker die Mund-Trompete, in anderen Songs
tauchen immer wieder Stimmen aus dem Hintergrund auf.