WILLIAM FITZSIMMONS 28. Juni
verlegt !
Aufgrund der grossen
Nachfrage wurde
die Show mit WILLIAM FITZSIMMONS ein weiters mal verlegt. Jetzt findet
das Konzert im ASTRA Kulturhaus statt. Die bereits gekauften Karten
behalten ihre Gültigkeit!
Gold
In The Shadow.
William
Fitzsimmons Songs handeln vom Glück. Zumindest will man dies
behaupten, nachdem man sich der Schönheit ihrer Melancholie
hingegeben hat. Beschäftigt man sich aber mit ihrem Ursprung,
tun
sich wahrlich Abgründe, letztlich die dunkle Seite ihres
Schöpfers auf. Erst dann erklärt sich die Tiefe und
Eindringlichkeit, die Fitzsimmons Songs prägen und aus der
heraus
sich die Schönheit so ambivalent präsentiert, wie
meist das
Glück selbst.
Fitzsimmons neueste Veröffentlichung, Gold In The Shadow, ist
die
musikalische Reflektion einer seelischen Wiederbelebung und psychischen
Erneuerung, die der Songwriter in den Jahren nach der Scheidung
erlebte. Die Songs basieren auf einer bestimmten Abfolge
psychopathologischer Störungen aus dem Diagnostischen und
Statistischen Handbuch Psychischer Störungen IV (DSM-IV), und
er
beschreibt sie als „eine reale und sich seit langem
anbahnende
Konfrontation mit persönlichen Dämonen, vergangenen
Fehlern
und dem Schemen der Geisteskrankheit, der während einem
Großteil meines Lebens über mir hing.“
Drehten sich
seine bisherigen Alben überwiegend um die düsteren
Seiten
zwischenmenschlicher und innerer Katastrophen, ist Gold In The Shadow
dagegen ganz auf Heilung ausgerichtet. Fitzsimmons erzählt:
„Ich hatte einen Punkt erreicht, an dem ich entweder meinen
Krankheiten hätte nachgeben müssen oder sie direkt
angreifen.
So oder so konnte ich nicht mehr weitermachen wie bisher.“
Gold
In The Shadow markiert damit eine willkommene musikalische Umkehr
— nicht weg von der Authentizität seines
Songschreibens,
sondern hin zu einem neuen Fokus. Fitzsimmons wendet sich
vormusikalischen therapeutischen Leidenschaften zu, jetzt jedoch mit
einem Blick auf aktuelle, optimistische Veränderungen. Das
Album
ist gefüllt mit persönlichen Elementen und unternimmt
zugleich einen ersten Streifzug in andere Perspektiven, indem er
– zusätzlich zu seinen eigenen – Leben und
psychologische Kämpfe von Menschen aus seinem Umfeld
untersucht.
Er erkennt darin den unbewussten Schatten des Ich und den Freudschen
Todestrieb an. Aber dennoch, oder gerade deshalb, nimmt er Hoffnung auf.

24.06.2011
William
Fitzsimmons im Astra
Nebenwirkungen: Der
Musiker verknüpft den Blick in eigene Abgründe mit
warmen Harmonien.
Dass sich hinter
besonders
dichter Gesichtsbehaarung oft besonders
zarte Seelen verbergen, zeigen Songschreiber wie
Scott Matthews oder
Sam Beam. In die Runde sensibler Bartträger passt
auch
William
Fitzsimmons, der mit seinem kahl geschorenen Haupt d
as Asketische eines
Bettelmönchs ausstrahlt. Für sein neues
Album hat sich der
Mann, der einst als Psychotherapeut gearbeitet hat,
tatsächlich in
eine Art innere Versenkung
begeben. "So lang habe ich noch für
kein Album gebraucht. Das liegt daran, dass ich diesmal
nicht mit
Gitarre oder Klavier angefangen habe, sondern mit
Lesen und Lernen,
also Recherche. Erst nach und nach kam die Musik hinzu." Die Themen
für "
Gold
In The Shadow" zog der Sohn eines blinden Elternpaares
aus Pittsburgh insbesondere
aus
einem Verzeichnis psychischer
Erkrankungen, einem therapeutischen Standardwerk. "Es ist
ein sehr
technisches Buch, aber ich finde es faszinierend, denn es zeigt alle
Richtungen auf, in die sich der Geist drehen kann, wenn etwas nicht in
Ordnung ist." Nicht nur die Krankheit ist Thema der Songs, sondern
auch
Heilung – im Falle von Fitzsimmons die
persönliche
Überwindung von Störungen wie
Depressionen oder Magersucht.
Gemessen am ernsten Stoff klingen die Songs ungewohnt
tröstlich
und baden meist
in
sonnigen Harmonien, Schönklänge von
Streichern, Glockenspiel und weiblichem Gesang vermitteln ein leises
Glücksgefühl.
Therapeutische
Heileffekte sind also auch bei
den Zuhörern nicht ausgeschlossen.
[
Ulrike Rechel]
William Fitzsimmons + Maria Taylor,
Astra, Di 28.6., 21 Uhr, VVK: 18 Euro, Tickets