
Allein schon die Besetzung garantiert
Hochgenuss. An den Drums ein Storyteller, Improvisator und Jazzatmosphäriker,
Brian Blade,
Bandleader von The Fellowship Band, jüngst mit Soloalbum, und seit den
Achtzigern gefragter Sessionspieler von Joni Mitchell bis Wayne Shorter.
Am Bass
Daryl Johnson, der schon am betörenden Sound
des 2005 verstorbenen Bluesrockers Chris Whitley mitwirkte und nun auch
einen sicheren Boden für Tochter
Trixie Whitley schafft. Die 24-Jährige gibt dem versierten Quartett die Stimme. Bandgründer schließlich ist
Daniel Lanois.
Vom Motorradunfall im vergangenen Jahr hat er sich erholt. Der
gefeierte Produzent (U2, Bob Dylan, Emmylou Harris) aus Los Angeles ist
ein Bauchmensch par excellence,
seine Gitarrenkünste sind auch bei Black Dub entscheidend, das
Debütalbum erschien im vergangenen Herbst. Weite Flächen, weiche Wellen,
flirrig gepickte Tonschwärme – er ist
ein wirklich beeindruckender Instrumentalist.
Rhythmisch in der klassischen Southern School verwurzelt, mit Anleihen
aus Dub und Reggae, sind es die unter die Haut gehenden Momente
voller Mystik, die dieses Bandprojekt zu einer ungewöhnlichen Hörerfahrung machen. Countryreggae-Momente wie im Song
"Silverado" wirken beruhigend, ja tröstend, und erst recht, wenn der sanfte Lanois selber singt und alle Kunstfertigkeit
in freudvollen Gospel übergeht. Die Passionskirche ist ein guter Ort für diese dunkle Magie.
[
Christiane Heise]